DIE KUNST DES ERINNERNS: SIMON WIESENTHAL
Ein Film von Hannah Heer und Werner Schmiedel
Musik John Zorn

Mit
Simon Wiesenthal, Raul Hilberg, Rabbi Joshua O.Haberman, Rabbi Marvin Hier, Sylvie Corrin-Zyss, Mark Weitzman, Richard R. Seibel, Stanley Robbin, Zwi Werblowsky, Efraim Zuroff, Alfred Streim, und Tania Golden, Carl Achleitner

DIE KUNST DES ERINNERNS ist der erste abenfüllende Dokumentarfilm über einen der wichtigsten Humanisten dieses Jahrhunderts. Die Filmemacher Hannah Heer und Werner Schmiedel begleiteten Simon Wiesenthal über zwei Jahre auf verschiedenen Reisen und trugen Details seines Tätigkeits- und Lebensbereichs zusammen, um Wiesenthals internationale Bedeutung zu dokumentieren und um verdrängte Bereiche der NS-Geschichte und der österreichischen Zeitgeschichte transparent zu machen.

DER FILM


Der Film von Hannah Heer und Werner Schmiedel versteht sich als eine Hommage an einen Mann, der international als einer der größten Humanisten des 20.Jahrhunderts geehrt wird. Simon Wiesenthal war 1983 für den Friedensnobelpreis nominiert. Raul Hilberg und andere Wissenschaftler schätzen in ihm auch den Philosophen, obwohl gerade Simon Wiesenthals Hauptarbeit für viele Jahrzehnte die Ausforschung von NS-Verbrechern war.
In einer Gesellschaft, die sich nach der Shoah zu einem großen Teil mit der Verdrängung der eigenen Geschichte abgefunden hatte, erscheint das Erinnern als eine Kunst, als ein immer wiederkehrender Prozeß, der permanent an die Grenzen der gesellschaftlichen Tabuisierung stößt.
"Erinnern als Verpflichtung", bezeichnet deshalb Simon Wiesenthal als Überlebender seine Aufgabe gegenüber den Ermordeten und stellt sein Leben in den Dienst der Wahrheit. Denn: "Wer die Verbrechen und Völkermorde der Vergangenheit leugnet, legt den Weg frei für die Morde der Zukunft."

Ausgangspunkt des Films über Simon Wiesenthal war, Schwerpunkte seines Werkes darzustellen, das aus einer einzigartigen Symbiose von Rechtswissenschaften, Geschichtsforschung und Moral besteht. Ein wichtiger Aspekt der Tätigkeit Simon Wiesenthals ist seine Aufklärungsarbeit in Büchern, Vorträgen und Gesprächen, in denen er sich an Journalisten und Politiker wendet, aber auch an junge Menschen.

1977 wurde von Rabbiner Marvin Hier das Simon-Wiesenthal-Center, dessen Zentrale sich in Los Angeles befindet, gegründet. Das Simon-Wiesenthal-Center, das Wiesenthals Namen trägt, aber als Organisation unabhängig ist, versteht sich - wie Rabbiner Abraham Cooper schreibt - als ein "Frühwarncenter", das die Welt auf Gefahren aufmerksam macht, die den Juden und anderen Minoritäten und damit der ganzen Menschheit drohen. "Mörder zu ignorieren ist eine sehr gefährliche Sache für eine Gesellschaft. Nur weil ein Naziverbrecher sich vielleicht 40 Jahre oder noch länger der Gerichtsbarkeit entziehen konnte, ist das kein Grund, ihm dafür auch noch eine Belohnung zu geben, indem man ihn nicht mehr sucht", erklärt der Leiter des Simon-Wiesenthal-Centers in Jerusalem auf die Frage, warum es heute noch einen Sinn hat, Naziverbrecher anzuklagen.

In einem Zeitraum von über zwei Jahren haben die beiden Filmemacher Simon Wiesenthal auf verschiedene Reisen begleitet:
- im Juni 1992 nach Paris, wo das Simon Wiesenthal Center gemeinsam mit der Unesco eine Konferenz über den wiederaufkeimenden Antisemitismus abhielt, und wo Simon Wiesenthal im Mai 1993 an der Amerikanischen Universität ein Ehrendoktorat erhielt;
- im September 1992 nach Holland, wo der Erasmuspreis von Prinz Bernhard an Simon Wiesenthal verliehen wurde;

- im Februar 1993 nach Los Angeles, wo das Simon Wiesenthal Center das Beit-Hashoah Museum of Tolerance feierlich eröffnete und der Platz vor dem Museum als Simon Wiesenthal Plaza eingeweiht wurde;
- zu Vorträgen, die Simon Wiesenthal an Universitäten im Staat New York hielt;
- zur Buchmesse nach Göteburg/Schweden;
- und schließlich nach Israel, wo seine Tochter und sein Schwiegersohn mit ihren Kindern leben.
Die Stationen dieser Reisen sind ein integraler Bestandteil des Films und vermitteln visuell Wiesenthals internationale Bedeutung.

Für den Film DIE KUNST DES ERINNERNS - SIMON WIESENTHAL wählten Hannah Heer und Werner Schmiedel zwei Fälle aus, die für Simon Wiesenthal aus unterschiedlichen Gründen von besonderer Wichtigkeit sind. Die jahrelange Suche nach SS-Hauptscharführer Adolf Eichmann und die Suche nach Karl Silberbauer, der im 3. Reich in Holland als Staffel Oberscharführer und Mitglied der Gestapo Anne Frank verhaftet hatte.

Als erstes Filmteam besuchten Hannah Heer und Werner Schmiedel Simon Wiesenthals Geburtsort Buczacz, eine kleine Stadt im östlichsten Teil der damaligen österr.ungarischen Monarchie. Wiesenthal selbst hat seit 1945 Galizien nie wieder besucht.

PRESSE

WIENER ZEITUNG

Absolut empfehlenswert ist die Dokumentation "DIE KUNST DES ERINNERNS", die nach einer TV-Ausstrahlung im Filmhaus Stöbergasse zu sehen ist. Berührend, dramatisch und mit ausgezeichneter optischer Aufbereitung werden nicht nur die konsequente Suche nach Gerechtigkeit thematisiert, sondern auch die schier unglaublichen Verdrängungsmechanismen in unserem Land aufgezeigt. Wie sagt Wiesenthal so richtig: "Jene, die die Morde von gestern leugnen, legen den Grundstein für die Morde von Morgen."

TIP MAGAZIN, Berlin

Die eindrucksvollsten Szenen des Films handeln immer von der Vergangenheit und ihrer Wirkung. So wenn die Regisseure Hannah Heer und Werner Schmiedel Simon Wiesenthals Geburtsort Buczacz in der Ukraine aufsuchen, wo die Bewohner sämtliche Andenken an die deportierten Juden der Stadt zerstört haben, aber immer noch Angst haben, daß diese eines Tages zurückkehren könnten, um ihre Wohnungen zurückzufordern.

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

(...) Durch die geschickt gesetzten Schwerpunkte gewinnt diese neuerliche Dokumentation dem Leben und der Arbeit von Simon Wiesenthal durchaus einen neuen Aspekt ab. (...)
Über die sorgsam zusammengetragenen Details seiner Vita, über den warnenden Inhalt seiner Reden hinaus, daß ein jeder nur allzu schnell einer verfolgten und diskriminierten Minderheit angehören könnte, zeigt DIE KUNST DES ERINNERNS die Verflechtung von Simon Wiesenthals ArBeit mit der historischen Amnesie der zweiten österreichischen Republik. Wiesenthal steht als einsamer Kämfer da gegen eine offizielle Politik, die den Opfer-Mythos schürt, Schuld leugnet und Recherchen behindert.
Dies deutlich zu machen, Entwicklungen klar aufzuzeigen und zu benennen, ist das Verdienst von DIE KUNST DES ERINNERNS.

epd film

Die Wiesenthal-Hommage von Hannah Heer und Werner Schmiedel ist ein kraftvoller Akt künstlerischer Zuwendung. Die Regisseure erklären sich als nicht unbeteiligt und pflegen für ihren Film selbst die Kunst des Erinnerns, die der Filmtitel dem Lebenswerk Simon Wiesenthals zuschreibt. Sie kommen damit der Person, dem Humanismus Wiesenthals, bedeutend näher als der objektive Dokumentarist, der sich mit der Schublade „Nazijäger" begnügt.
Gewiß, auch dieser Film versammelt Statements von talking heads. Er fügt historisches Dokumentarfilmmaterial ein, zum Beispiel von der Befreiung des österreichischen KZs Mauthausen. Er begleitet Wiesenthal auf Reisen und protokolliert seine Äußerungen. Was den Film auszeichnet, ist jedoch seine emotionale Wärme - auch die Aufforderung, Flagge zu zeigen. Umgesetzt wird der Appell, sich zu erinnern, bereits in der Anfangssequenz. Eine fiktive Inszenierung mit der sich eine junge Frau in einem Wiener Taxi dem Gerede eines Taxifahrers widersetzt, der Auschwitz leugnet. Das Wortduell geht unentschieden aus. Aber es mußte geführt werden. Und auch von Wiesenthal wird man heute nicht mit Sicherheit sagen können, daß er seine Feinde überzeugt hat. Die Kamera kippt auf einem verschneiten Waldweg um 90 Grad und geht dort zu Boden, wo die erschöpften KZ-Häftlinge liegengeblieben waren, den Genickschuß erwartend. Subjektiv, nämlich künstlerischer Akt, ist auch die Farbgebung. Inmitten von Blautönen öffnet sich Wiesenthal für persönlichste Erinnerungen und spricht in einer zu Herzen gehenden Szene von seiner Mutter, die ihn 1908 im galizischen Buczacz (damals Österreich-Ungarn, heute Ukraine) geboren hat. Vor allem aber ist es die schöne, ein wenig traurige, immer herzliche Originalmusik des Avantgarde-Saxophonisten John Zorn, der es gelingt, eine enge emotionale Verbindung zur Persönlichkeit Wiesenthals herzustellen.
Wir sehen Wiesenthal in Los Angeles im Beit-Hashoah-Museum, dem Museum of Tolerance, vor einem Monitor sitzen und sich Bilder aus dem Lemberg anschauen, wo er zur Schule gegangen war. Er spricht von der Shoah, und sagt etwas, auf das ich nicht gefaßt war: „Das Potential steckt in jedem von uns." Der Hitler in uns, in ihm? - Das Schlagwort der deutschen Vergangenheitsbewältigung bekommt erst aus seinem Mund den wahren Sinn. Wiesenthals Lebenswerk ist, die Judenvernichtung historisch nicht als abgeschlossen, sondern als wiederholbar, als ständige Aktualität von Haß und Rassismus zu begreifen. Niemand darf sicher sein, daß er nicht eines Tages selbst minoritär und Opfer wird; oder Täter. Aber Wiesenthal scheitert damit, 1968 in Wien ein Frühwarnzentrum einzurichten, um rechtzeitig rassistische und rechtsextremistische Gefahren zu erkennen.
Österreich hat ihm erst vor wenigen Jahren verziehen, daß er dem Land die Opferrolle streitig gemacht hat. Und die Filmregisseure Heer und Schmiedel, die sich zu Anwälten Wiesenthals machen, nutzen die Kunst des Erinnerns zu einem flammenden Plädoyer gegen die österreichische Regierung, insbesondere gegen die alleinregierenden Sozialdemokraten, während deren Herrschaft auch nicht ein einziger NS-Verbrecher verurteilt wurde. Die berühmt-berüchtigte Szene folgt, in der Kanzler Kreisky vor laufenden Kameras Wiesenthal und seine Mitarbeiter rüde als „eine Art Mafia" geißelt („Privatjustiz") und ihn selbst der Kollaboration mit der Gestapo bezichtigt. Kreisky muß anschließend die Beleidigung mit einer Geldstrafe sühnen. - Wir haben das fast schon vergessen. Geändert hat sich wenig. Der österreichische Staat gibt auch heute nicht Einsicht in die Akten der Naziverbrecher.
Deutschland kommt in der KUNST DES ERINNERNS im Vergleich zu Österreich glimpflich weg. Heer und Schmiedel haben ihrem politischen Kampf eine andere Zielrichtung gegeben. Gerade hat Alfred Streim, der Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg, seinen einschränkenden Satz, wonach anfangs Wiesenthals Arbeit das Elixier der deutschen Stelle gewesen war, beendet, um mit einem aber fortzufahren, schon kommt der Schnitt. Die Kritik, die an Wiesenthals Arbeit bis in die jüngste Vergangenheit laut wurde, kommt in der KUNST DES ERINNERNS so gut wie gar nicht vor. Um es laut und deutlich zu sagen: Die Wiesenthal-Hommage ist kein kritischer Film. Wieso sollte eine Liebes- und Respekterklärung das auch sein? Statt Fragen gibt es eine Antwort. Hannah Heer: „Unser Film ist eine Antwort auf die sogenannten Kritiker Simon Wiesenthals." -- Dietrich Kuhlbrodt, epd film

DIE PRESSE, Wien

So ist DIE KUNST DES ERINNERNS zu einem Porträt geworden, in dem Wiesenthal in seiner Rolle als weltweit anerkannter, aber auch häufig angefeindeter "Nazi-Jäger" dargestellt wird. Wohl zwangsläufig gerät ein solches Porträt zu einer Art Heldengeschichte - was aber eher auf Wiesenthals tatsächlichen Leistungen beruht und nicht so sehr auf dessen Inszenierung gründet. "Wir nehmen das Wort 'Held' in diesem Zusammenhang ungern in den Mund, weil es durch unsere Geschichte ziemlich negativ belegt ist", so Hannah Heer, "wir wollen Wiesenthal nicht glorifizieren, sondern als Vorbild darstellen."

Salzburger Nachrichten

Mit viel Fingerspitzengefühl machten sich Johanna Heer und Werner Schmiedel auf Spurensuche. Man kann nun nachvollziehen, warum der weltweit geehrte und geschätzte Wiesenthal, zweifellos einer der Gerechten dieses Jahrhunderts, ausgerechnet in Österreich auf Ignoranz und Ablehnung stößt. Wiesenthal stört jene bequeme Umkehrung von Täter und Opfer, mit der sich in Österreich der Nachkriegszeit so gut leben ließ, und so gut Politik machen ließ, von Kreisky bis Waldheim...

ILLUSTRIERTE NEUE WELT, Wien

Sehr genau recherchiert... ausgezeichneter Film...

SZENE HAMBURG: Gegenrede

Nicht neu waren die Vorwürfe, die das Politik-Magazin "Panorama" mit häßlichem Tonfall und großem Echo vor genau einem Jahr gegen Simon Wiesenthal zu Felde geführt hatte. Wieder einmal hieß es, Wiesenthal, der "Nazijäger", sei ein eitler Selbstdarsteller, der sich für Taten (Paradebeispiel: die Eichmann-Verhaftung) feiern lasse, die er nicht selbst vollbracht habe. Doch in dem mit "Ende einer Legende" betitelten Verschnitt alter Vorwürfe ging "Panorama" doch dann nicht so weit wie Bruno Kreisky. Der hatte Wiesenthal 1973 mit Begriffen wie "Mafia" und "Selbstjustiz" bedacht und als Gestapo- Kollaboratuer diffamiert.
Vor diesem Hintergrund erscheint der Film "Die Kunst des Erinnerns - Simon Wiesenthal" als eine ideale Replik. Allein das wäre wichtig genug. Doch die Aktualität, Bedeutung und Geschichte des Films von Johanna Heer und Werner Schmiedel gehen weit über eine Gegenrede zu den Anfeindungen gegen Wiesenthal hinaus. Das Film-Porträt über den Mann, der als Überlebender verschiedener Konzentrationslager und Gründer des Dokumentationszentrum jüdischer Verfolgter des Naziregimes in Wien einen großen Beitrag zur Aufarbeitung und Verfolgung der NS-Verbrechen in Deutschland und vor allem Österreich geleistet hat, stellt sich eindeutig hinter die Arbeit Wiesenthals.
Die inhaltliche und ästhetische Konzeption des keinem Genre zuzuordenden Films überzeugt: Licht- und Farbinszenierungen fügen sich mit Bild- und Ton-Montagen zusammen. John Zorn komponierte die Filmmusik. "Uns geht es darum", beschreibt Johanna Heer, "die Medien untereinander in kreativer Weise aufzubrechen, um einfach vitalere Formen zu finden.Insofern haben wir auch keinerlei Berührungsängste bei der Verbindung von Spiel- und Dokumentarfilm. Wir nennen unseren Film einen Dokumentarfilm-Essay, weil wir eine Position einnehmen und für diese filmisch argumentieren - indirekt durch andere Personen, durch unseren Kommentar und über die Auswahl der ganzen Thematik."
Der Film "Die Kunst des Erinnerns" begleitet den 88jährigen Wiesenthal auf seinen Reisen, läßt ihn erzählen, beobachtet seine Arbeit, macht Teile seiner Geschichte erfahrbar. Wenn Wiesenthal in seinen Erzählungen davon spricht, "daß der Fall Eichmann eine Art Mosaik ist, zu dem viele Leute, die einander nicht kennen, ihre Steinchen dazugegeben haben", widerlegt er ganz nebenbei auch die von "Panorama" aufgewärmten Geschichten zum Eichmann Fall. Die Bedeutung des Zufalls betont Wiesenthal immer wieder. "Die Kunst des Erinnerns" zeigt die Verwobenheit von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Mit ihrer nicht chronologischen, vielmehr Themen und Motive verfolgenden Montage versuchen die Macher, der Person Simon Wiesenthal nahezukommen und eine mögliche Legendenbildung zu unterlaufen. "Es war für uns sehr wichtig", sagte Werner Schmiedel, "Wiesenthal nicht Geschichte werden zu lassen."
Der Film veränderte das Leben der Filmemacher. Angesichts von Skandalen wie der Kranzniederlegung von Bitburg 1986 und dem Bekenntnis des österreichischen Präsidenten, er habe bei der SS nur seine Pflicht getan, begannen sie vor über 10 Jahren mit den Vorbereitungen für ihren Film, der erst 1995 fertiggestellt wurde. "Wir beide", erzählt Werner Schmiedel, "kamen eigentlich mehr aus dem Kunstbereich. Zusammen haben wir Videoinstallationen gemacht, und es war ein immenser Einschnitt in unser Leben, diese künstlerische Arbeit fast zu stoppen. 1986, als diese Ereignisse waren, haben wir gedacht und gefühlt, daß wir etwas tun müssen in einer Form, mit der wir viele Menschen zu erreichen hoffen."
Weil Filme dieser Qualität selten sind und noch seltener ins Kino kommen, ist "Die Kunst des Erinnerns - Simon Wiesenthal" ein doppelter Glücksfall. Zumal er sich jedweder Mystifizierung mit der gleichen Entschiedenheit entgegenstellt, die auch dem Prinzip der Arbeit Wiesenthals eigen ist: "Man kann nur verzeihen, was einem selbst zugefügt, nicht aber, was anderen angetan wurde." -- Jan Distelmeyer - SZENE HAMBURG (2/1997)

BERLINER ZEITUNG

"Maulheldentum" warf man dem Humanisten Simon Wiesenthal in einer "Panorama"-Sendung im Februar vor. Und befand, daß dessen Verdienste beim Aufspüren von Nazi-Verbrechern aufgebauscht seien. Der abendfüllende Dokumentarfilm "Die Kunst des Erinnerns" will, so die Filmemacher Hannah Heer und Werner Schmiedel, dem Zuschauer die Freiheit lassen, sich ein eigenes Bild über den Mann zu machen, der als "Nazijäger" international bekannt geworden ist. Zwei Jahre lang begleiteten die Regisseure Wiesenthal auf seinen Reisen wider das Vergessen. Seinem Leben und Werk stehen sie mit Sympathie und Anerkennung gegenüber: "Der Begriff ,Nazijäger' geht an Wiesenthals Charakter vorbei. Er ist vielmehr ein sensitiver und intellektueller Forscher", sagt Werner Schmiedel.
Zahlreiche Zeitzeugen, wie zum Beispiel einer der Befreier des Konzentrationslagers Mauthausen, Colonel Richard Seibel, kommen zu Wort. Szenen an authentischen Schauplätzen und Filmmaterial von der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen strafen einmal mehr "wissenschaftlich untermauerte" Thesen Lügen, die die Vernichtung der Juden leugnen. Den Schwerpunkt des Filmes bilden zwei von Wiesenthal verfolgte Fälle: Die Aufspürung Adolf Eichmanns und die Suche nach dem Mann, der Anne Frank verhaftet hatte. Von 1941 bis 1945 war Wiesenthal in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert. Nach seiner Befreiung durch die Amerikaner in Mauthausen bei Linz entschloß er sich, den Amerikanern bei der Suche nach Naziverbrechern zu helfen. Zwei Jahre arbeitete er für das U.S. War Crimes Office. Bereits 1947 gründete Wiesenthal in Linz das Jüdische Dokumentationszentrum. Während des Kalten Krieges war dessen Arbeit unterbrochen, 1961 wurde es neu eröffnet. Bis heute leitet Wiesenthal das Dokumentationszentrum, das sich ausschließlich aus privaten Spenden finanziert.
Eindrucksvoll zeigt der Film Stationen aus Wiesenthals Leben. Das Filmteam begleitet ihn in seine Geburtsstadt Buczacz, heute Ukraine. Dort haben die Bewohner fast alle Zeugnisse jüdischen Lebens vernichtet und ihre einzige Angst ist es, daß die ehemaligen Besitzer ihrer Wohnungen zurückkehren und Ansprüche anmelden könnten. Ein anderer Fall von Verdrängung: Der Mann, der Anne Frank verhaftete, war bis zu seiner Aufdeckung durch Wiesenthal 1963 bei der Wiener Polizei als Kriminalrayonsinspektor beschäftigt. Das Fehlen einer Zentralen Staatsanwaltschaft verhinderte in Österreich zahlreiche NS-Prozesse.
"Verzeihen ist eine Frage der Legitimation. Hat denn jemand das Recht, im Namen eines anderen, der nicht mehr lebt, zu verzeihen?" fragt Simon Wiesenthal. Das Erinnern trägt gerade heute dazu bei, der Verfolgung von Minderheiten entgegenzuwirken. Die rückhaltlose Aufklärung von Nazi-Verbrechen und die Aburteilung der Schuldigen hätte nach Ansicht der Filmemacherin Hannah Heer vielleicht den heutigen Rechtsradikalismus verhindern können. -- Andrea Puppe - BERLINER ZEITUNG (27.6.1996)

FESTIVALS


Diagonale, Salzburg, 1994

Human Rights Watch International Film Festival (New York, Los Angeles, Seattle), 1995

Denver International Film Festival, USA, 1995

Sao Paulo International Film Festival, Brasilien, 1995

Jewish Film Week, Los Angeles, USA, 1995

Mumbai (Bombay) International Film Festival, Indien, 1996

Alpinale, Bludenz, Österreich, 1995

Ft Lauderdale International Film Festival, USA, 1997

Kind of Blue - Jazz Film Festival (Retrospective John Zorn), Milan, Italien, 2000


SONDERVORFÜHRUNGEN


Weltpremiere
Filmcasino, Wien
, October 1994
Diskussion mit Simon Wiesenthal, Julius H. Schoeps (Jüdisches Museum Vienna), und den Filmemachern Hannah Heer & Werner Schmiedel

Kino Premiere
Filmhaus Stöbergasse
, Wien, Mai 1995
Ehrenschutz: Dr. Rudolf Scholten, Federal Minister for Education and Arts, und Swanee Hunt, United States Ambassador to Austria. Diskussion mit Simon Wiesenthal, Colonel Richard R. Seibel, Hannah Heer, Werner Schmiedel; moderiert von Doron Rabinovici

Sondervorführung United Nations, New York; mit Simon Wiesenthal, November 1995

Zeughauskino, Berlin: "Jüdische Kulturreihe"

Dokumentarfilmreihe, ARRI-Kino, München

u.a.

TEAM & MITWIRKENDE

Idee und Buch HANNAH HEER
Regie, Produktion HANNAH HEER & WERNER SCHMIEDEL
Cinematographie HANNAH HEER
Original Musik JOHN ZORN
Schnitt WERNER SCHMIEDEL, HANNAH HEER
Ton WERNER SCHMIEDEL
Sprecher DAGMAR SCHWARZ, GEORG SCHUCHTER, FLORENTIN GROLL

"Michuts Latchum" Gedicht/Gesungen von ORNA ELSTEIN
"Oifn weh stejt a boim" Gesungen von LENA ROTHSTEIN
Kameraassistenz RICHARD ELIANO, JAN WECH, ERIC BANNENBERG, HERMANN LEWITZ,
BIRGIT GUDJONSDOTTIR, UWE JUST, ALON ROSENBLUM, ALON SIGARI
Beleuchtung CAMERON SMITH, GERO LASNIG, JÖRG MOHR
Bühne ORBJÖRN JANSON, THOMAS KLICKA
Zuätzlicher Ton ROGER PIETSCHMAN, Los Angeles
Location Manager LARISSA CYBENKO, Lviv
Fahrer JUREK KATCMAN, Lviv
Make-Up CHRISTINE LEUSER
Schnittassistenz ELISABETH KLIKA-ANSELMI
Tonmischung ANDREAS GALLE
Film-Labor Technicolor Lab, New York - Listo Film & Video, Wien
Redakteur ORF Peter Pawlowsky, Gerhard Klein
Co-Produktion ORF/RIVER LIGHTS PICTURES, INC.

A/USA 1994/95 Farbe 99 min 16mm
In deutsch, englisch, französisch nit Untertiteln

Besonderer Dank an

SIMON WIESENTHAL, Wien
RABBI MARVIN HIER, THE SIMON WIESENTHAL CENTER, Los Angeles
SYLVIE CORRIN-ZYSS, Paris
INGRID LOMFORS, Göteborg
RAUL HILBERG, Vermont
MARK WEITZMAN, THE SIMON WIESENTHAL CENTER, New York
RICHARD R. SEIBEL, Defiance, Ohio
STANLEY ROBBIN, Long Beach, New York
ZWI WERBLOWSKY, Jerusalem
EPHRAIM ZUROFF, THE SIMON WIESENTHAL CENTER, Jerusalem
ROSA AUSTRAAT, Wien
ALFRED STREIM, Ludwigsburg
RABBI MOSHE-LEIB KOLESNIK, Ivano-Frankovsk, Ukraine
ROMAN POMIRTSCHYJ, Lviv, Ukraine
RABBI JOSHUA HABERMAN, Washington, DC
SYBIL MILTON, Washington, DC
MICHAEL ELIZUR, Jerusalem
WILLI DREßEN, Ludwigsburg

DOKUMENTATIONSZENTRUM DES BUNDES JÜDISCHER VERFOLGTER DES NAZIREGIMES, Wien
ÖSTERREICHISCHES STAATSARCHIV, Wien
MAUTHAUSEN ARCHIV, Wien
THE MUSEUM OF TOLERANCE, Los Angeles
THE NATIONAL ARCHIVES, Washington, DC
THE AMERICAN UNIVERSITY OF PARIS
THE SIMON WIESENTHAL CENTER, Paris
ANNE FRANKHUIS MUSEUM, Amsterdam
ANNE FRANK FONDS, Basel
BOOK & BIBLIOTHEK, Göteborg
DE STICHTING PRAEMIUM ERASMIANUM, Amsterdam
ZENTRALE STELLE DER LANDESJUSTIZVERWALTUNGEN
ZUR AUFKLÄRUNG VON NS-VERBRECHEN, Ludwigsburg
DOKUMENTATIONSARCHIV DES ÖSTERREICHISCHEN WIDERSTANDES, Wien
YAD VASHEM ARCHIVES, Jerusalem
ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE WIEN
PAULINE KREISBERG & GERARD J.KREISBERG
und
JULES HUF, DEBORAH SNYDER, DAVID WINGEATE PIKE, DORON RABINOVICI,
GABRIELE KOHLBAUER-FRITZ, ELI HABER, GEORG HABER, JULIUS H. SCHÖPS (JÜDISCHES MUSEUM WIEN)

John Zorn's MASADA
CHRIS SPEED, DAVE DOUGLAS, MARK FELDMAN, ERIK FRIEDLANDER, JOHN MEDESKY, GREG COHEN, KENNY WOLLESEN


Gespäch mit den Filmemachern

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Film über Simon Wiesenthal zu machen?

WS: Mitte der achtziger Jahre mußten wir aus beruflichen Gründen oft zwischen den USA und Europa hin- und herreisen. Damals wohnten wir in New York, Hannah hatte gerade den Spielfilm ZUCKERBABY in München gedreht und gemeinsam bereiteten wir eine große Videoinstallation im Gemeendemuseum in Den Haag vor. Zwei entscheidende Vorfälle waren in den Medien präsent: Die Diskussionen rund um die Kranzniederlegung durch den deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl auf einem Friedhof in Bitburg, wo Mitglieder der Waffen-SS beerdigt sind und dann Kurt Waldheims unrühmlicher Satz "Ich habe nur meine Pflicht getan."

HH: Es war der Zeitpunkt, wo mir klar wurde, daß diese Signale den verborgenen Antisemitismus auch auf einer internationalen Ebene wieder massiv aufbrechen lassen werden. Ich bin der Auffassung, hätte man sich an den Grundsätzen Simon Wiesenthals orientiert, nämlich einerseits mehr NS-Verbrecher der Gerichtsbarkeit zu überführen und anderseits rechtzeitig umfassende Aufklärung zu betreiben, wäre vielleicht der heutige Rechtsradikalismus zu vermeiden gewesen.

Wie war die Zusammenarbeit mit Simon Wiesenthal?

HH: Simon Wiesenthal ist trotz seines Alters von 86 Jahren immer noch ein konzentriert arbeitender Mann mit einem vollen Terminkalender. Er hat deshalb nur wenig Zeit für die Projekte anderer. Ich glaube, unsere Ausdauer und Geduld haben sich aber gelohnt. Wir waren einfach bereit, uns nach seinen Terminen zu richten. Dadurch war es uns möglich, ihn immer wieder an den verschiedensten Orten der Welt zu filmen.

WS: Er gestattete uns Einsicht in alle Akten, die wir für unsere Recherchen benötigten. Wir verbrachten mehrmals längere Zeiträume in seinem Dokumentationszentrum und studierten die unterschiedlichsten Fälle. So gewannen wir ein noch genaueres Bild über seine Tätigkeit und bekamen auch einen umfassenden Einblick in seine alltägliche und mühevolle Arbeit.

HH: Simon Wiesenthal war offen für alle Fragen, die wir an ihn stellten. Er hat natürlich viele Feinde in aller Welt und wird aus den verschiedensten Gründen immer wieder angegriffen. Wir haben eine Menge Fachliteratur gelesen und uns während der gesamten Filmproduktion auch mit den Argumenten seiner Gegner, von denen viele seine Erfolge anzweifeln, auseinandergesetzt.

WS: Simon Wiesenthal hat uns nie nach unserem Drehbuch oder Konzept gefragt, obwohl er dafür bekannt ist, daß er sich - was die Verfilmung seines Lebens und seiner Arbeit angeht - Kontrollmöglichkeiten vorbehält. Natürlich sah er der Fertigstellung des Films mit einiger Skepsis entgegen, war aber dann vom Ergebnis positiv überrascht.

HH: Was mich an Simon Wiesenthal so interessiert, ist, daß er grundlegende Probleme konkret darstellen kann und daß er immer wieder positive Konzepte für die Lösung von grundsätzlichen demokratiebedrohenden Problemen angeboten hat und auch heute noch anbietet.

WS: Für uns war es auch wichtig zu zeigen, dafl Simon Wiesenthal kein "Nazijäger" ist, wie er oft in der Presse bezeichnet wird. Dieser Begriff geht an seinem Charakter völlig vorbei; viel mehr ist er ein sensitiver und intellektueller Forscher mit sehr viel Ausdauer und Geduld.

HH: Der Film ist nicht nur über Simon Wiesenthals Leben. Es werden verschiedene aktuelle Themen aus seinem Tätigkeitsbereich angesprochen. In knapp 100 Minuten Film kann allerdings nicht die gesamte Zeitgeschichte wie ein geschlossenes Paket behandelt werden, noch dazu gibt es allgemein erst wenig Forschungsarbeit über NS-Prozesse und NS-Gerichtsbarkeit.

Ein Kritiker schrieb einmal über Ihren Film DER ANDERE BLICK, daß er durch eine ausgefeilte Farbdramaturgie und Kameraführung alle schlechten Beispiele der heute beim Dokumentarfilm leider weitverbreiteten Fernsehästhetik souverän hinter sich läßt.

HH: Bereits in unserem ersten Filmessay DER ANDERE BLICK haben wir uns für die Erweiterung der visuellen Ebene im Dokumentarfilm eingesetzt. Meine cinematographische Arbeit im Spielfilm hatte schon immer mit Farben zu tun. Trotzdem arbeiten wir nicht nach einem Schema, sondern jede einzelne Szene muß neu komponiert und geschaffen werden. Farben können Themen und Inhalte formal miteinander verbinden. Farben können ein emotionales Spannungsfeld aufbauen: z.B. als Simon Wiesenthal von seiner Mutter erzählt, verstärkt die blaue Lichtgebung im Hintergrund den Inhalt dieser Szene. Als wir das Gespräch mit ihm filmten, war er eigentlich nicht auf Fragen über seine Mutter vorbereitet. Ich glaube, daß die Farbstimmung dazu beitrug, sich so persönlich zu erinnern.

WS: Die bewußte Farbgebung sehe ich als eine ähnliche Ebene wie die für den Film von John Zorn komponierte Musik. So wie Musik Akzente im Film setzen kann, können dies auch Farben. Jedes einzelne Element im Film bedeutet ein künstlerisches Zusammenspiel von Emotionen. Unsere Rolle als Künstler und Filmschaffender sollte nicht auf eine bloße Reproduktion der Wirklichkeit reduziert sein. Auch im dokumentarischen Bereich sollte es möglich sein, Gefühle und Gedanken mit Farben darzustellen, sie zu verstärken. Dokumentaristen meinen jedoch oft, daß sie objektiv sein können, bzw. müssen und übersehen dabei, daß bereits die Entscheidung, die Kamera ein- und auszuschalten ein subjektives Gestaltungselement darstellt.

Was bedeutet DIE KUNST DES ERINNERNS?

WS: Der Filmtitel hat eine vielfache Bedeutung. DIE KUNST DES ERINNERNS ist ein Hinweis darauf, daß Simon Wiesenthal im galizischen Lemberg neben seinem Diplom als Architekt auch ein Diplom als freischaffender Künstler im Jahr 1937 erworben hat. Er beschäftigte sich mit der Ausforschung von NS-Verbrechern in einer ähnlichen Intensität und Ausdauer, mit der sich Künstler ihrer Arbeit widmen müssen, um trotz gesellschaftlicher Widerstände und Tabus zu existieren.

HH: Der "Kunst des Liebens" von Erich Fromm, der die Liebe als einen lebenslangen notwendigen Lernprozefl definiert, stellen wir "Die Kunst des Erinnerns" gegenüber, da die Erinnerung für uns auch ein notwendiger immerwiederkehrender Prozeß ist, der gepflegt werden muß, um die Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten. Wir alle, verschiedene Generationen von Nachgeborenen, müssen die Erinnerung an den Völkermord, an die Shoah, wie es im hebräischen heißt, erlernen und zwar nicht in Form von leeren Erinnerungsworthülsen, sondern in aktiver Auseinandersetzung. Im Interesse unserer eigenen Zukunft müssen wir lernen, uns an Dinge zu erinnern, die wir nicht unbedingt selbst erlebt haben. Gleichzeitig müssen wir die erlernte Erinnerung weitergeben.

Das Gespräch führte Rebecca Lieb in New York (1995)


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PHOTOS

Simon Wiesenthals Schreibtisch (1994)

Simon Wiesenthals Schreibtisch (1994)

Simon Wiesenthal bei den Dreharbeiten (1993)
Simon Wiesenthal bei den Dreharbeiten (1993)
Simon Wiesenthal bei den Dreharbeiten (1993)
Simon Wiesenthal bei den Dreharbeiten (1993)
Simon Wiesenthal mit seiner Frau Cyla<br>
in Amsterdam (1992)
Simon Wiesenthal mit seiner Frau Cyla
in Amsterdam (1992)


Mr. Rosen und Simon Wiesenthal
Mr. Rosen und Simon Wiesenthal
 
Simon Wiesenthal mit Gästen in seinem Büro
Simon Wiesenthal mit Gästen in seinem Büro
 
Simon Wiesenthal
Simon Wiesenthal
 


Efraim Zuroff (Jerusalem)
Efraim Zuroff (Jerusalem)
 
Zwi Werblowsky (Jerusalem)
Zwi Werblowsky (Jerusalem)
 
Moshe-Leib Kolesnik (Ukraine)
Moshe-Leib Kolesnik (Ukraine)
 


Raul Hilberg
Raul Hilberg
 
Gala-Premiere, Filmcasino (Wien): <br>
							Simon Wiesenthal mit den Filmemachern
Gala-Premiere, Filmcasino (Wien):
Simon Wiesenthal mit den Filmemachern
Sylvie Corrin-Zyss (Paris)
Sylvie Corrin-Zyss (Paris)
 
Hannah Heer mit Simon Wiesenthal in Paris
Hannah Heer mit Simon Wiesenthal in Paris
 
Kino-Premiere, Filmhaus Stöbergasse (Wien): <br>Simon Wiesenthal, Hannah Heer, Werner Schmiedel, Doron Rabinovici
Kino-Premiere, Filmhaus Stöbergasse (Wien):
Simon Wiesenthal, Hannah Heer, Werner Schmiedel, Doron Rabinovici


Worldsales

riverlightspictures(at)gmail.com



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